Trecator SC (Ethionamid)
Dosierungen
Trecator SC 250 mg
| Menge | Preis pro Tablette | Gesamtpreis | |
|---|---|---|---|
| 20 | €2,21 | €44,23 | |
| 30 | €2,07 | €62,09 | |
| 40 | €1,98 | €79,11 | |
| 60 | €1,90 | €113,98 | |
| 90 | €1,84 | €165,87 | |
| 120 | €1,81 | €217,75 | |
| 180 | €1,79 | €321,53 |
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Markennamen
| Land | Markennamen |
|---|---|
Indien | Ethide Myobid |
Polen | Ethide Trecator |
Südafrika | Ethatyl Ethionamide |
Thailand | Ethomid Eton-250 |
Türkei | Etyomid |
Vereinigte Staaten | Trecator |
| Hersteller | Markennamen |
|---|---|
| Sun Pharmaceutical Industries Ltd. | Ethide |
Beschreibung
Anwendungsgebiete
Tuberkulose
Aktive Tuberkulose
Trecator (Ethionamid) wird zusammen mit anderen Medikamenten gegen Tuberkulose zur Behandlung einer aktiven Tuberkulose eingesetzt, vor allem wenn Mycobacterium tuberculosis gegen Isoniazid oder Rifampicin resistent ist oder diese Medikamente wegen Unverträglichkeit nicht infrage kommen. In Deutschland erfolgt die Anwendung in der Regel im Rahmen einer spezialisierten Behandlung der medikamentenresistenten Tuberkulose. Ethionamid sollte nicht als Monotherapie eingesetzt werden, da sich Resistenzen schnell entwickeln können.
Standardtherapien bei medikamentensensibler pulmonaler Tuberkulose dauern in der Regel mindestens 6 Monate (etwa 26 Wochen). Die Behandlung einer medikamentenresistenten Tuberkulose wird individuell festgelegt und dauert oft länger. Patienten sollten dazu in Absprache mit einem Experten für medikamentenresistente Tuberkulose behandelt werden.

Wird Ethionamid bei Patienten mit gesicherter oder vermuteter medikamentenresistenter Tuberkulose neu in ein Behandlungsschema aufgenommen, sollte es auf Grundlage von Empfindlichkeitstests mit weiteren wirksamen Medikamenten kombiniert werden.
Andere mykobakterielle Infektionen
Ethionamid wurde außerhalb der Zulassung als Teil einer Salvage-Therapie bei bestimmten nicht tuberkulösen mykobakteriellen Infektionen eingesetzt. Eine solche Anwendung sollte nur unter Anleitung erfahrener Kliniker*innen auf diesem Gebiet erfolgen.
Anwendung
Ethionamid wird oral eingenommen.
Ethionamid-Tabletten können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Bei Magen-Darm-Beschwerden kann die Einnahme zusammen mit Nahrung oder vor dem Schlafengehen sowie eine Aufteilung der Tagesdosis die Verträglichkeit verbessern.
Dosierung
Aktive Tuberkulose
Bei der Behandlung einer aktiven Tuberkulose sollte Ethionamid nicht allein gegeben werden. Die übliche Dosis für Erwachsene in Kombination mit anderen Medikamenten gegen Tuberkulose beträgt 15-20 mg/kg/Tag (maximal 1 g (1.000 mg) täglich). Die Dosis kann einmal täglich oder bei Magen-Darm-Beschwerden in geteilten Dosen eingenommen werden.
Es kann sinnvoll sein, die Behandlung mit 250 mg täglich zu beginnen und die Dosis schrittweise bis zur optimalen, verträglichen Dosis zu steigern. Beschrieben wurde ein Schema mit Ethionamid 250 mg täglich für 1-2 Tage, gefolgt von 250 mg zweimal täglich für 1-2 Tage und anschließend einer Steigerung auf 1 g (1.000 mg) täglich in 3 oder 4 geteilten Dosen.
Dosierung bei Kindern
Wegen begrenzter Daten sollte Ethionamid bei Kindern unter 12 Jahren im Allgemeinen nicht angewendet werden, außer bei nachgewiesener Resistenz gegen Erstlinientherapien und wenn eine systemische Dissemination oder andere lebensbedrohliche Komplikationen der Tuberkulose zu erwarten sind. In der Literatur werden pädiatrische Dosierungen von 10-20 mg/kg/Tag (bis zu 1 g (1.000 mg) täglich) in 2 oder 3 geteilten Gaben empfohlen; in einigen Situationen wurde unter fachärztlicher Aufsicht auch eine einmal tägliche Gabe angewendet.
Vorsichtsmaßnahmen
Gastrointestinale Effekte
Magen-Darm-Beschwerden sind die häufigsten Nebenwirkungen von Ethionamid und können dosisabhängig sein. Dazu zählen Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, vermehrter Speichelfluss, metallischer Geschmack, Stomatitis, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Diese Beschwerden können durch eine Dosisreduktion, eine Anpassung des Einnahmezeitpunkts, die Aufteilung der Tagesdosis oder gegebenenfalls eine Behandlung gegen Übelkeit gelindert werden.
Effekte auf das Nervensystem und Sonderfunktionen
Psychiatrische und neurologische Nebenwirkungen wie depressive Verstimmung, Unruhe, Müdigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen wurden berichtet. Selten treten periphere Neuritis, Parästhesien, Krampfanfälle, Tremor, Halluzinationen, Doppelbilder, Optikusneuritis und verschwommenes Sehen auf. Einige Expert*innen setzen Pyridoxin (Vitamin B6) zur Vorbeugung oder Behandlung einer Neuropathie ein, insbesondere bei gleichzeitiger Gabe anderer neurotoxischer Medikamente gegen Tuberkulose.
Leberbezogene Effekte
Vorübergehende Erhöhungen von Serum-Bilirubin und Transaminasen (AST/ALT) wurden berichtet. Auch Hepatitis (mit oder ohne Ikterus) wurde beschrieben. Die Hepatotoxizität ist nach dem Absetzen des Medikaments meist reversibel.
Schwere Hautreaktionen
Schwere Hautreaktionen (z. B. Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, DRESS, AGEP) wurden bei Kombinationstherapien gegen Tuberkulose berichtet, die Ethionamid enthielten. Besteht der Verdacht auf eine schwere Hautreaktion, muss das verdächtige Medikament sofort abgesetzt und umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Warnhinweise und Gegenanzeigen
Ethionamid ist bei schweren Leberfunktionsstörungen und bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff kontraindiziert.
Vor Beginn der Behandlung und während der Therapie sollten die Serum-Transaminasen (AST/ALT) bestimmt und monatlich kontrolliert werden. Bei erhöhten Transaminasen können Ethionamid und begleitende Medikamente gegen Tuberkulose vorübergehend abgesetzt und nach Normalisierung der Werte nacheinander wieder eingeführt werden, um den auslösenden Wirkstoff zu bestimmen.
Augenärztliche Untersuchungen (einschließlich Ophthalmoskopie) sollten vor Beginn der Behandlung und in regelmäßigen Abständen während der Therapie durchgeführt werden. Patienten sollten angewiesen werden, bei verschwommenem Sehen oder Sehverlust mit oder ohne Augenschmerzen sofort ihren Arzt zu kontaktieren.
Blutzuckerkontrollen vor und während der Therapie werden empfohlen; Patienten mit Diabetes sollten auf Hypoglykämie-Episoden achten. Eine regelmäßige Kontrolle der Schilddrüsenfunktion wird ebenfalls empfohlen, da Hypothyreose mit oder ohne Struma beschrieben wurde.
Schwangerschaft und Stillzeit
Eine sichere Anwendung von Ethionamid in der Schwangerschaft ist nicht nachgewiesen. Tierexperimentelle Studien weisen auf ein teratogenes Potenzial hin. Deshalb sollte Ethionamid in der klinischen Praxis bei Schwangeren oder möglicherweise Schwangeren nur eingesetzt werden, wenn es als unverzichtbarer Bestandteil der Behandlung angesehen wird.
Da keine Daten zur Ausscheidung von Ethionamid in die Muttermilch vorliegen, sollte das Medikament stillenden Müttern nur verabreicht werden, wenn der Nutzen das Risiko überwiegt. Gestillte Säuglinge sollten auf Nebenwirkungen überwacht werden.
Wechselwirkungen
Medikamente gegen Tuberkulose
Ethionamid kann vorübergehend die Serumkonzentrationen von Isoniazid erhöhen. Es kann außerdem die Nebenwirkungen anderer gleichzeitig verabreichter Medikamente gegen Tuberkulose verstärken. Krampfanfälle wurden bei der Kombination von Ethionamid mit Cycloserin gemeldet; bei der Anwendung beider Substanzen ist Vorsicht geboten.
Übermäßiger Alkoholkonsum sollte vermieden werden, da psychotische Reaktionen berichtet wurden.
Wirkmechanismus
Ethionamid kann je nach Arzneimittelkonzentration am Infektionsort und Empfindlichkeit des Erregers bakteriostatisch oder bakterizid wirken. Der genaue Wirkmechanismus ist nicht vollständig geklärt; Ethionamid scheint die Peptidsynthese in empfindlichen Organismen zu hemmen.
Pharmakokinetik
Absorption
Ethionamid wird nach oraler Einnahme nahezu vollständig resorbiert und unterliegt keinem nennenswerten First-Pass-Metabolismus. Ethionamid-Tabletten können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
Verteilung
Ethionamid verteilt sich weit in Körpergewebe und Körperflüssigkeiten und ist zu etwa 30 % an Plasmaproteine gebunden. In Studien mit früheren Formulierungen wurden signifikante Konzentrationen im Liquor cerebrospinalis berichtet.
Ausscheidung
Die mittlere Halbwertszeit der Filmtablette beträgt etwa 1,9 Stunden. Weniger als 1 % einer oral eingenommenen Dosis wird unverändert über den Urin ausgeschieden.
Lagerung
Bei 20-25°C lagern. In einem dicht verschlossenen Behälter aufbewahren.

















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