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Carbapeneme

Brian Holtry
Arzt, Spezialist für Infektionskrankheiten und medizinischer Autor

Übersicht

Carbapeneme sind Penicillin-Derivate, die eine gute Wirksamkeit gegen grampositive und gramnegative aerobe und anaerobe Bakterien zeigen. Sie sind hochresistent gegenüber β-Laktamasen und verfügen über ein sehr günstiges Wirkspektrum. Ein Nachteil dieser Substanzen ist, dass sie nur zur intravenösen Anwendung verfügbar sind. Diese Wirkstoffe werden zur Behandlung schwerer, komplizierter akuter Exazerbationen der chronischen Bronchitis eingesetzt, wenn eine Sepsis befürchtet wird. Nebenwirkungen sind selten (etwa 1 %) und treten überwiegend bei älteren Patienten oder bei Patienten mit prädisponierenden Erkrankungen des Zentralnervensystems auf. Zu den Carbapenem-Antibiotika gehören Imipenem (Mercks Primaxin), Meropenem (AstraZenecas Merrem) und Ertapenem (Mercks Invanz). In diesem Abschnitt wird nur Imipenem/Cilastatin dargestellt, da diese Substanzklasse bei akuten Exazerbationen der chronischen Bronchitis insgesamt nur bei einer kleinen Untergruppe von Patienten eingesetzt wird.

Da Carbapeneme Breitbandantibiotika sind, werden sie meist für komplizierte Infektionen oder für schwerkranke Patienten vorbehalten. Der zurückhaltende Einsatz dieser Arzneimittel, idealerweise in Absprache mit einem Infektiologen, trägt dazu bei, ihre Wirksamkeit zu erhalten und das Risiko der Resistenzentwicklung zu verringern.

Tabelle 1. Carbapenem-Antibiotika, die in diesem Artikel erwähnt werden
Arzneimittel Markenname Hinweise
Imipenem/Cilastatin Primaxin Prototypisches Carbapenem; wird in Kombination mit Cilastatin verabreicht, um nephrotoxische Metaboliten zu reduzieren.
Meropenem Merrem Wurde in einer klinischen Studie zum Vergleich der Ergebnisse mit Imipenem/Cilastatin bei schweren akuten Exazerbationen der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung eingesetzt.
Ertapenem Invanz Wird als zusätzliche Carbapenem-Option genannt.

Wirkungsmechanismus

Wie Penicilline binden Carbapeneme an penicillinbindende Proteine in Bakterien und verhindern die Bildung der bakteriellen Zellwand. Die Unterbrechung der Zellwandsynthese führt zu Zelllyse und Zelltod.

Dieser Wirkmechanismus ordnet Carbapeneme der Gruppe der β-Laktam-Antibiotika zu. Alle β-Laktam-Antibiotika greifen die bakterielle Zellwandsynthese an, können sich jedoch im Wirkspektrum und in der Resistenz gegenüber β-Laktamasen unterscheiden.

Carbapeneme

Imipenem/Cilastatin

Imipenem/Cilastatin (Mercks Primaxin) ist ein prototypisches Carbapenem. Imipenem wird in Kombination mit Cilastatin (einem Peptidase-Inhibitor) verabreicht, um die Metabolisierung durch Peptidasen zu nephrotoxischen Endmetaboliten im Körper zu verhindern. Die Kombination ermöglicht längere Dosierungsintervalle für Imipenem und führt zu einer geringeren Toxizität. Imipenem/Cilastatin wird in der Regel bei schweren akuten Exazerbationen der chronischen Bronchitis auf Intensivstationen bei Patienten mit sich entwickelnder Sepsis eingesetzt. In diesem Kontext wird der Wirkstoff häufig mit einem Aminoglykosid kombiniert. Dieses Arzneimittel behielt seinen Patentschutz in den Vereinigten Staaten bis 2009, verlor diesen jedoch 2005 in Europa und Japan.

Akute Exazerbationen der chronischen Bronchitis und der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sind ernste Ereignisse, die zu Atemversagen, längeren Krankenhausaufenthalten und einem erhöhten Komplikationsrisiko führen können. Daher erfordern Therapieentscheidungen häufig eine sorgfältige Beurteilung des Gesamtzustands des Patienten, der Risikofaktoren und der wahrscheinlichen Erreger.

Carbapeneme

Klinische Studien

Eine offene Studie verglich Imipenem/Cilastatin mit Meropenem (beides IV) bei 173 hospitalisierten Patienten mit schweren akuten Exazerbationen der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung. Die klinische Reaktion am Ende der Behandlung war in beiden Gruppen günstig; eine Heilung oder Verbesserung wurde bei 97,6 % der mit Meropenem behandelten Patienten und bei 96,3 % der mit Imipenem/Cilastatin behandelten Patienten erreicht. Übelkeit oder Erbrechen traten bei Patienten, die mit Imipenem/Cilastatin behandelt wurden, häufiger auf, während in der Meropenem-Gruppe ein Anstieg der Aminotransferasen (Hinweis auf Leberschädigung) berichtet wurde.

Tabelle 2. Zusammenfassung der Studie Imipenem/Cilastatin versus Meropenem
Merkmal Imipenem/Cilastatin Meropenem
Verabreichungsweg Intravenös (IV) Intravenös (IV)
Klinische Reaktion am Therapieende (Heilung oder Verbesserung) 96,3 % der Patienten 97,6 % der Patienten
Häufiger berichtete Nebenwirkungen Übelkeit oder Erbrechen Anstieg der Aminotransferasen (Hinweis auf Leberschäden)

Insgesamt deutet die Studie darauf hin, dass sowohl Imipenem/Cilastatin als auch Meropenem hochwirksame Optionen zur Behandlung schwerer Exazerbationen in dieser Patientengruppe darstellen, jedoch mit leicht unterschiedlichen Nebenwirkungsprofilen. Die Wahl des Wirkstoffs kann von individuellen Patientenfaktoren, lokalen Resistenzmustern und der Erfahrung des Arztes abhängen. Die Behandlung sollte stets durch medizinisches Fachpersonal erfolgen, das den Gesamtzustand des Patienten berücksichtigt.

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