Behandlung der Tinea manuum
Definition von Tinea manuum
Der Begriff Tinea manuum bezeichnet Dermatophyteninfektionen einer oder beider Hände.
Bei vielen Patienten betrifft Tinea manuum die Handfläche oder die Seitenflächen der Finger einer Hand und kann gleichzeitig mit Pilzinfektionen der Füße oder Nägel bestehen. Die Haut kann trocken, schuppig oder eingerissen erscheinen und mit chronischem Handekzem oder anderen entzündlichen Erkrankungen verwechselt werden.

Geografische Verbreitung von Tinea manuum
Die Erkrankung kommt weltweit vor.
Fälle werden sowohl in gemäßigten als auch in tropischen Klimazonen berichtet. Dies spiegelt die globale Verbreitung der Dermatophyten sowie die häufige Exposition der Hände gegenüber kontaminierten Oberflächen, Erde und Tieren wider.
Ursächliche Erreger
Die anthropophilen Dermatophyten E. floccosum, T. mentagrophytes var. interdigitale und T. rubrum sind die häufigsten Erreger von Tinea manuum. Seltener wird die Erkrankung durch zoophile Dermatophyten wie M. canis und T. verrucosum oder geophile Dermatophyten wie M. gypseum verursacht.
Die Handinfektion kann durch Kontakt mit einer anderen Person, einem Tier oder Erde erworben werden, entweder durch direkten Kontakt oder über ein kontaminiertes Objekt wie ein Handtuch oder Gartengerät. Auch eine Autoinokulation von einer anderen Infektionsstelle ist möglich. Manuelle Arbeit, starkes Schwitzen und bestehende entzündliche Erkrankungen wie Kontaktekzeme sind prädisponierende Faktoren.
Das Erkennen der wahrscheinlichsten Infektionsquelle unterstützt die Beratung zur Prävention und hilft bei der Abklärung weiterer betroffener Stellen, wie Tinea pedis oder Onychomykose.
| Kategorie | Beispiele | Typische Quelle oder beitragender Faktor |
|---|---|---|
| Anthropophile Dermatophyten | E. floccosum, T. mentagrophytes var. interdigitale, T. rubrum | Kontakt mit infizierten Personen; kontaminierte Handtücher, Werkzeuge oder gemeinsam genutzte persönliche Gegenstände |
| Zoophile Dermatophyten | M. canis, T. verrucosum | Kontakt mit infizierten Tieren, einschließlich Haustieren und Nutztieren |
| Geophile Dermatophyten | M. gypseum | Kontakt mit kontaminierter Erde, häufig beim Gärtnern oder bei Arbeiten im Freien |
| Wirts- und Umweltfaktoren | Manuelle Arbeit, Schwitzen, Kontaktekzem | Eine beeinträchtigte Hautbarriere und anhaltende Feuchtigkeit erhöhen die Anfälligkeit für Infektionen |
Differenzialdiagnose von Tinea manuum
Tinea manuum muss von anderen Formen der Dyshidrose unterschieden werden. Diese Erkrankung ist - unabhängig von der Ursache - meist beidseitig oder sogar symmetrisch. In der typischen Ausprägung finden sich klare, gruppierte Bläschen an den lateralen und volaren Aspekten der Finger sowie an der Handfläche. Die Basis ist kaum oder gar nicht entzündet. Das dyshidrotische Ekzem ist gewöhnlich beidseitig, aber eine mykologische Untersuchung ist häufig erforderlich, um diese und andere Erkrankungen (wie Psoriasis, pustulös oder nicht pustulös) von Tinea manuum abzugrenzen.
Da sich die klinischen Merkmale überlappen, sind eine sorgfältige Anamnese sowie die Untersuchung anderer Körperstellen und geeignete Labortests wichtig. Dadurch lassen sich Fehldiagnosen und ein unangemessener Langzeiteinsatz topischer Kortikosteroide als Monotherapie vermeiden.
Wesentliche Untersuchungen und deren Interpretation
Die direkte mikroskopische Untersuchung infizierten Materials, wie Vesikelinhalt und Hautschuppen, sollte verzweigte Hyphen zeigen, die für eine Dermatophyteninfektion charakteristisch sind. Die Isolierung des Erregers in Kultur ermöglicht die Bestimmung der Pilzart.
Die Mikroskopie liefert häufig eine schnelle Bestätigung einer Pilzinfektion, während die Kultur hilft, die genaue Art zu identifizieren, Mischinfektionen zu dokumentieren und Entscheidungen über Therapiedauer und Applikationsweg zu unterstützen.
Behandlung von Tinea manuum
Eine lokale Behandlung mit einem topischen Imidazol wie Clotrimazol, Econazol, Miconazol oder Sulconazol oder einem Allylamin wie Naftifin oder Terbinafin genügt meist, um Tinea manuum zu beseitigen.
Bei unzureichendem Ansprechen auf die topische Behandlung sollte orales Terbinafin (250 mg/Tag für 2-6 Wochen) oder Itraconazol (100 mg/Tag für 4 Wochen) verordnet werden.
Zusätzlich zur medikamentösen Therapie wird Patienten in der Regel geraten, die Hände möglichst trocken zu halten, das gemeinsame Benutzen von Handtüchern oder Handschuhen zu vermeiden, weitere Pilzinfektionen (beispielsweise an den Füßen) zu behandeln und den direkten Kontakt mit potenziell infizierten Tieren oder Erde zu begrenzen, bis die Infektion abgeklungen ist.
| Therapieart | Typischerweise angewendet bei | Beispiele | Dauer laut Text |
|---|---|---|---|
| Topisches Imidazol | Lokalisierte Erkrankung mit Ansprechen auf topische Therapie | Clotrimazol, Econazol, Miconazol, Sulconazol | Mehrere Wochen, in der Regel über die Abheilung hinaus fortgeführt |
| Topisches Allylamin | Lokalisierte Erkrankung, bei der ein Allylamin bevorzugt wird | Naftifin, Terbinafin | Mehrere Wochen, abhängig vom klinischen Ansprechen |
| Orales Terbinafin | Versagen der topischen Therapie oder ausgedehntere Beteiligung | Terbinafin 250 mg/Tag | 2-6 Wochen |
| Orales Itraconazol | Versagen der topischen Therapie oder ausgedehntere Beteiligung | Itraconazol 100 mg/Tag | 4 Wochen |
| Allgemeine unterstützende Maßnahmen | Alle Patienten zusätzlich zu Antimykotika | Hände trocken halten, gemeinsames Benutzen von Handtüchern vermeiden, Behandlung von Tinea pedis oder Nagelerkrankungen | Während der gesamten Behandlung und zur Vorbeugung von Reinfektionen |


















