Behandlung der Tinea capitis
Definition von Tinea capitis
Der Begriff Tinea capitis bezeichnet Dermatophyteninfektionen der Kopfhaut und der Haare.
Diese Infektion betrifft am häufigsten Kinder und zeigt sich typischerweise durch fleckigen Haarausfall, Schuppenbildung oder abgebrochene Haare. Bei einigen Patienten kommt es zu Entzündungen mit Pusteln oder schmerzhaften Plaques, während andere nur eine leichte Schuppung aufweisen, was die Erkennung verzögern kann.

Geographische Verbreitung der Tinea capitis
Die Erkrankung ist weltweit verbreitet, tritt jedoch am häufigsten in Afrika, Asien sowie in Süd- und Osteuropa auf, wo sie die häufigste Form der Dermatophytose darstellt. Verbesserte Hygienestandards und die rasche Behandlung sporadischer Infektionen haben in Nordamerika und Westeuropa zu einem deutlichen Rückgang der Inzidenz der Tinea capitis geführt. Favus war früher weltweit verbreitet, ist heute jedoch auf Nordafrika, den Nahen Osten und Teile Süd- und Osteuropas beschränkt.
Auch Migrationsmuster, städtische Überbevölkerung und enger Kontakt unter Schulkindern beeinflussen die lokale Epidemiologie, sodass Kliniker in Ländern mit niedriger Inzidenz weiterhin importierte oder gehäuft auftretende Fälle antreffen können.
Ursächliche Organismen
Tinea capitis wird durch mehrere Trichophyton- und Microsporum-Arten verursacht. M. canis ist in Westeuropa eine häufige Ursache der Erkrankung, während T. violaceum in Ost- und Südeuropa sowie in Nordafrika vorherrscht. T. tonsurans ist in Nordamerika vorherrschend und wird im Vereinigten Königreich zunehmend häufiger.
Tinea capitis durch anthropophile Microsporum-Arten ist eine ansteckende Erkrankung, die in vielen Ländern endemisch ist. Sie betrifft hauptsächlich Kinder, wobei Jungen häufiger betroffen sind als Mädchen, und tritt am häufigsten im Alter zwischen 6 und 10 Jahren auf. Die Erkrankung besteht selten über das 16. Lebensjahr hinaus. Größere Ausbrüche treten häufig in Schulen oder an anderen Orten auf, an denen Kinder zusammenkommen. Zoophile Microsporum- und Trichophyton-Arten sind beim Menschen nur selten für größere Ausbrüche verantwortlich. Häufige Infektionsquellen sind Hauskatzen, verwilderte Katzen und Hunde, wobei verwilderte Katzen eine besonders ergiebige Quelle von M. canis darstellen.
Tinea capitis durch anthropophile Trichophyton-Arten ist eine weitere ansteckende Erkrankung. Sie tritt überwiegend bei Jungen unter 12 Jahren auf.
T. schoenleinii gilt als der einzige ätiologische Erreger des Favus, obwohl Infektionen mit anderen Dermatophyten wie M. gypseum, T. verrucosum und T. violaceum gelegentlich ähnliche Läsionen verursachen können. Obwohl T. schoenleinii ein anthropophiler Dermatophyt ist, ist Favus weniger ansteckend als andere Formen der Tinea capitis durch Microsporum oder andere Trichophyton-Arten. Die Erkrankung wird in der Regel in der Kindheit erworben und kann bis ins Erwachsenenalter persistieren. Geschwächte oder unterernährte Kinder sowie Kinder mit chronischen Erkrankungen wie Tuberkulose sind anfälliger für diese Infektion. Es wurden Fälle berichtet, in denen mehrere Generationen derselben Familie betroffen waren.
Diese Organismen verursachen zusammen weltweit die meisten Fälle, wobei regionale Unterschiede die lokalen Reservoirs (Mensch, Tier oder Umwelt) sowie Muster von Überbevölkerung und Hygiene widerspiegeln.
| Region oder Kontext | Genannte Organismen | Typische Merkmale |
|---|---|---|
| Westeuropa | M. canis | Häufige Ursache der Tinea capitis; oft in Zusammenhang mit Haustieren oder verwilderten Katzen. |
| Ost- und Südeuropa, Nordafrika | T. violaceum | Vorherrschende anthropophile Art; begünstigt die Übertragung von Mensch zu Mensch unter Kindern. |
| Nordamerika | T. tonsurans | Vorherrschender Erreger; ansteckend, mit Fällen, die sich in Schulen und Familien häufen. |
| Vereinigtes Königreich | T. tonsurans (im Aufkommen) | Tritt zunehmend häufiger auf und spiegelt Veränderungen der Epidemiologie und der Reisemuster wider. |
| Favus-endemische Gebiete (Nordafrika, Naher Osten, Teile Süd- und Osteuropas) | T. schoenleinii | Einziger ätiologischer Erreger des Favus; anthropophiler Dermatophyt, weniger ansteckend, kann bis ins Erwachsenenalter persistieren. |
| Tierbezogene Infektionen | Zoophile Microsporum- und Trichophyton-Arten, besonders M. canis | Oft in Zusammenhang mit Kontakt zu Hunden, Katzen oder Nutztieren; verursachen meist nur kleine Ausbrüche beim Menschen. |
| Wirtfaktoren | - | Kinder im Alter von 6-10 Jahren; häufiger Jungen; erhöhtes Risiko bei Mangelernährung, chronischen Erkrankungen oder engem Kontakt, z. B. in Schulen. |
Behandlung der Tinea capitis
Wenn möglich, sollten vor Behandlungsbeginn Proben für die mykologische Untersuchung entnommen werden. Wenn eine orale Behandlung in Betracht gezogen wird, ist eine mykologische Bestätigung der klinischen Diagnose vor Therapiebeginn unerlässlich.
Terbinafin (250 mg/Tag für 2 Wochen) und Itraconazol (100 mg/Tag für 2 Wochen) haben sich beide als wirksam in der oralen Behandlung der Tinea capitis erwiesen, sind jedoch derzeit für diese Indikation nicht zugelassen. Die Dauer der Griseofulvin-Behandlung hängt von der Art der Infektion und der klinischen Reaktion ab; bei einigen Infektionen kann die Abheilung bis zu 3 Monate dauern. Die übliche Dosierung beträgt 10 mg/kg und sollte nach dem Essen eingenommen werden. Mykologische Untersuchungen sollten 1 Monat nach Behandlungsbeginn und erneut vor Absetzen des Medikaments wiederholt werden.
Verschiedene topische Imidazolpräparate können zur Behandlung lokalisierter Kopfhautläsionen eingesetzt werden, darunter Clotrimazol, Miconazol und Sulconazol. Diese Medikamente sind sicher, und Nebenwirkungen nach lokaler Anwendung sind selten.
Die systemische Therapie ist der Grundpfeiler der Behandlung der meisten Fälle von Tinea capitis. Topische Mittel werden ergänzend eingesetzt, um die Pilzlast an der Oberfläche zu reduzieren und die Übertragung zu begrenzen. Eine engmaschige Nachsorge mit wiederholten mykologischen Untersuchungen hilft, die Heilung zu bestätigen und die Therapiedauer zu steuern.
| Therapie | Rolle in der Behandlung | Beispiele und Dosierung aus dem Text | Dauer aus dem Text |
|---|---|---|---|
| Systemisches Terbinafin | Orale Behandlungsoption bei Tinea capitis* | Terbinafin 250 mg/Tag | 2 Wochen |
| Systemisches Itraconazol | Alternative orale Behandlungsoption* | Itraconazol 100 mg/Tag | 2 Wochen |
| Systemisches Griseofulvin | Bewährte orale Therapie; Dauer abhängig von der klinischen Reaktion | Griseofulvin 10 mg/kg/Tag, nach dem Essen | Bis zu 3 Monate bei einigen Infektionen |
| Topische Imidazole | Ergänzende Therapie bei lokalisierten Kopfhautläsionen | Clotrimazol, Miconazol, Sulconazol | Während der systemischen Behandlung und bis zur Besserung der Läsionen |
| Diagnostische Mykologie | Steuert Beginn und Beendigung der systemischen Therapie | Mykologische Tests zu Behandlungsbeginn, 1 Monat nach Behandlungsbeginn und vor Absetzen | Wie im Text angegeben |
* Der Text weist darauf hin, dass Terbinafin und Itraconazol wirksam sind, aber derzeit nicht für diese Indikation zugelassen sind.

Um Ausbrüche anthropophiler Tinea capitis durch M. audouinii zu verhindern, sollten alle Kontaktpersonen infizierter Kinder mithilfe der Wood-Lampe untersucht werden. Kontaktpersonen von Kindern mit einer T. tonsurans-Infektion können mit der Haarbürsten-Probenahmemethode gescreent werden. Das Ausschließen infizierter Kinder von der Schule ist aufgrund der langen Behandlungsdauer selten praktikabel.
Das Screening enger Kontaktpersonen, die Untersuchung von Haustieren bei Bedarf und die Aufklärung der Familien darüber, keine Kämme, Hüte oder Haaraccessoires zu teilen, können helfen, die Ausbreitung während der Behandlung zu begrenzen.

















